QueerFeministischer Gesprächsabend

Wir laden FLINTA*s aller Altersklassen herzlich ein, sich an jedem dritten Mittwochabend mit uns zu queerfeministischen Themen zu informieren und auszutauschen. Dazu können wir Texte lesen, eigene Impulse vorbereiten, Gruppenarbeiten machen, Referent*innen einladen oder einfach über das aktuelle Zeitgeschehen diskutieren. Die Themen können wir uns innerhalb der Gruppe nach Interessen aussuchen. Ob erfahrene Feministin* oder interessierte Neueinsteigerin*, wir freuen uns auf Sie!

Orga: Katarina Milasinovic | Melanie Schulz
Termine: mittwochs, monatlich | 19:00 – 21:00 Uhr
18.08.2021 | 15.09.2021 | 17.11.2021 | 15.12.2021 | 19.01.2022
Kosten: kostenfrei (gerne Spende)
Anmeldung: bis Dienstag vor der Veranstaltung | 03641 443968 | programm.towanda@gmail.com

Nächstes Thema:

15.09.2021 | 19:00 – 21:00 Uhr
In dieser Woche bieten wir einen offenen Gesprächsabend an. Alle interssierten FLINTA*s sind herzlich eingeladen, sich in entspannter Runde auszutauschen.


Vergangene Themen:

17.02.2021 | Care-Arbeit/ Reproduktionsarbeit in der DDR als Indikator für geschlechtsspezifische Ungleichheiten
Am 17.02.2021 möchten wir uns zum Thema „Care-Arbeit/ Reproduktionsarbeit in der DDR als Indikator für geschlechtsspezifische Ungleichheiten“ austauschen. Katarina Milasinovic hat zu diesem Thema recherchiert und wird zu beginn einen kurzen Einblick in das Thema geben. Als Literaturtipp empfehlen wir Anna Kaminsky „Frauen in der DDR“ – hier ein Interview mit der Autorin: https://www.deutschlandfunk.de/berufstaetigkeit-von-frauen-in-der-ddr-mit.694.de.html?dram:article_id=443041
Im Anschluss möchten wir gern zu diesem Thema miteinander ins Gespräch kommen: Welche Erfahrungen haben wir gemacht?
Was können wir daraus mitnehmen bezüglich unserer aktuellen Situation?
Was braucht es um geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu bekämpfen und zu überwinden?
Wir finden dieses Thema ist aktueller denn je und wir freuen uns sehr auf einen gemeinsamen Austausch!

17.03.2021 | Christine Theml: Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) & ihr Werk
25 Jahre vor Droste-Hülshoffs Geburt wurde die letzte Frau als Hexe bei lebendigem Leib verbrannt.
Zu Annettes Lebzeiten hatten die Frauen keine bürgerlichen Rechte, kein Wahlrecht, waren nicht als Zeuginnen vernehmbar, sie durften sich nicht scheiden lassen, von dem Recht auf Bildung ganz abzusehen. Die Droste selbst hatte das große Privileg, dass sie schreiben durfte, eine hervorragende Bildung genoss und ihr Leben lang unverheiratet blieb. Das gab ihr die Freiheit zu schreiben.
Mit 17 schrieb sie UNRUHE: „Rastlos treibts mich um im engen Leben / Freiheit heißt der Seele banges Streben und im Bußen tönt‘s Unendlichkeit.“
Von früher Jugend an hat Annette über ihr „wunderliches verrücktes Unglück“ nachgedacht, ihr kantiges gespaltenes Wesen wurde ihr immer wieder selbst zum Rätsel. Sie lebte einen Weiblichkeitsentwurf, der zu ihrer Zeit als rebellisch und nahezu ketzerisch galt. Sie wurde von ihrem Cousin „entsetzlich gelehrtes Frauenzimmer“ genannt. Ihr Leben lang wird Annette den „Beifall der Löwen“, wie sie es nennt verschmähen. Dennoch leidet sie am vermeintlichen Widerspruch zwischen Dichterin und Frau. So findet sie zu Lebzeiten nie wirklich Anerkennung. Erst Jahrzehnte nach ihrem Tod wird das Werk der Annette von Droste-Hülshoff gewürdigt.
Besonders für das Werk von Annette von Droste-Hülshoff ist ihre tiefe Liebe zur Natur, das Phantastische, Ahnungsvolle und Unheimliche in ihrem Werk. Sie ist getrieben von einer fieberhaften Unruhe und einer ausschweifenden Phantasie (z. B. Der Knabe im Moor). So beschwört sie in ihren Gedichten auch immer wieder die Ahn*innen des Wasserschlosses herauf und bittet sie um Gesellschaft.
Annette von Droste-Hülshoff ist eine solitäre Dichterin, die sich ähnlich wie Kafka, Kleist und Hölderlin nicht einordnen lässt, sondern wie zeitlos auf ihrem Turme steht, wie sie es oft zu tun pflegte, und – ihr Antlitz aufblickend ins „klare Licht“ gewandt – ins Weite sann.

21.04.2021 | Queerfeministisches Empowerment während und nach der Pandemie
Am 21.04.2021 möchten wir uns zum Thema „Queerfeministisches Empowerment während und nach der Pandemie“ austauschen. Die aktuelle Situation ist für uns alle kräftezehrend. Viele Ressourcen, die uns bisher für den Alltag gestärkt haben, fallen weg. Wir wollen uns gemeinsam darüber austauschen, wie wir uns in diesen Zeiten dennoch selbst und gegenseitig empowern können. Bo wird ein kleines Input geben und ein
Resilienzmodell vorstellen, das sowohl zur Selbstreflexion als auch für einen Austausch unterstützend sein kann.
Wir freuen uns sehr auf einen gemeinsamen Austausch!

19.05.2021 | Wie können wir die Sichtbarkeit & Akzeptanz von FLINTA*-Personen in unserer Gesellschaft verbessern? Was können wir konkret in Jena und
Thüringen tun?
Wir laden alle interessierten FLINTA*s herzlich zum Austausch mit
Akteur*innen aus queerfemistischen und queeren Jenaer und/oder Thüringer
Initiativen und Organisationen ein. Gemeinsam wollen wir darüber
nachdenken, wie präsent und sichtbar wir uns aktuell in dieser
Gesellschaft und in unserer Stadt fühlen und ob wir dies verändern
wollen. Falls wir den Wunsch nach Veränderung verspüren, lasst uns
gemeinsam Ideen dafür entwickeln, die wir vielleicht schon bald umsetzen können!
Angefragt sind Vertreter*innen aus CSD-Bündnis Jena,
Frauen*Streik-Bündnis Jena, Vielfalt leben – QueerWeg. Verein für
Thüringen e. V., QueerReferat der FSU Jena.

16.06.2021 | 19:00 – 21:00 Uhr
In dieser Woche bieten wir einen offenen Gesprächsabend an. Alle interssierten FLINTA*s sind herzlich eingeladen, sich in entspannter Runde auszutauschen.

28.07.2021 | Gendergerechte Sprache – Chance zum genderinklusiven Sein
Diesen Monat ausnahmsweise außer der Reihe am 28.07.2021 möchten wir uns zum Thema „Gendergerechte Sprache – Chance zum genderinklusiven Sein“ austauschen. Zu Beginn wird es einen kleinen fachlichen Input zu dem Thema „Gendergerechte Sprache“ und ihrer Umsetzungsmöglichkeiten geben, sodass im Anschluss gemeinsam Fragen, Ideen, Positionen und Konzepte diskutiert werden können. Wir wollen gemeinsam überlegen, wie durch gendergerechte Sprache gesellschaftliche Inklusion und Transformation bewegen können und welche Tools uns dafür zur Verfügung stehen.

Wir treffen uns das erste Mal in diesem Jahr nicht online, sondern in Präsenz bei uns im Veranstaltungsraum im Towanda! Wir freuen uns auf euch „live“ und auf den Austausch mit euch!

18.08.2021 | Isabell Allende: „Was wir Frauen wollen“ – Eine Lesung mit Iris Geissler aus ihrem neuesten Buch und zum Werk der chilenischen Autorin
Isabel Allende, die Journalistin und Frauenrechtlerin, schreibt schon als junge Frau „mit dem Messer zwischen den Zähnen“ gegen den südamerikanischen Machismo an. Sie wird bald zu einer wichtigen Stimme der Frauenemanzipation, die weit über die Grenzen Südamerikas gehört wird.
Sie debütiert 1982 mit dem Roman und Kultbuch „Das Geisterhaus“, einem Welterfolg.
Preise und unzählige Übersetzungen folgen. In ihren Romanen verwebt sie Autobiographisches mit Zeitgeschichte, Kultur und Tradition. Den Frauen ihrer Familie, ihrer hellsichtigen Großmutter, ihrer Mutter Panchita, der Frau mit dem tapferen Herzen, ihrer früh verstorbenen Tochter Paula und weiteren, ihr nahestehenden Frauen setzt sie damit ein Denkmal. Auch ihr neuestes Buch „Was wir Frauen wollen“ widmet sie diesen „und all den anderen außergewöhnlichen Frauen ihres Lebens“. Anhand ihrer Lebenswege illustriert sie die ganz unterschiedlichen Frauengenerationen, in ihrer Zeit geboren, den Wirren der Geschichte ausgeliefert und dem Meistern ihres schwierigen Schicksals tagtäglich ausgesetzt. Das prägt Isabel Allende und sie sieht diese Prägung als den großen, wunderbaren Schatz ihres Lebens an. Voller Dankbarkeit schreibt sie kurz vor ihrem 80. Geburtstag über ihre Ahninnen und die unendlichen Lebensgaben, die sie von ihnen empfangen hat. Die leidenschaftliche, großartige Erzählerin hält Rückschau auf ihr Leben und auf das, was sie gesehen und erfahren hat. Programmatisch setzt sie vor ihren Roman „Porträt in Sepia“ die Worte aus „Der Wind“ von Pablo Neruda: „Drum muss ich noch einmal zurück an so viele Orte / um mich wiederzufinden und rastlos zu prüfen / zum Zeugen einzig den Mond / und danach munter zu pfeifen / Steine und Erdbrocken zu kicken / einzig damit betraut zu leben / einzig verwandt mit dem Weg.“ Auch in ihrem neuen Buch verliert sie nichts von ihrer kämpferischen, provozierenden Aussage. In gewohnter Frische kommt ihr feministisches Manifest durchaus im charmanten Ton herüber. Man möchte ihr immer weiter zuhören und mit ihr zusammen auf die schier unlösbaren Fragen, vor denen die Menschheit heute steht, Antworten suchen.

Der Abend findet in Präsenz bei uns im Veranstaltungsraum im Towanda statt!


Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben!) mit Unterstützung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, des Landesprogramms DenkBunt und der lokalen Partnerschaft für Demokratie Jena.