QueerFeministischer Gesprächsabend – online

Wir laden Frauen* aller Altersklassen herzlich ein, sich an jedem dritten Mittwochabend mit uns zu queerfeministischen Themen zu informieren und auszutauschen. Dazu können wir Texte lesen, eigene Impulse vorbereiten, Gruppenarbeiten machen, Referent*innen einladen oder einfach über das aktuelle Zeitgeschehen diskutieren. Die Themen können wir uns innerhalb der Gruppe nach Interessen aussuchen. Ob erfahrene Feministin* oder interessierte Neueinsteigerin*, wir freuen uns auf Sie!

21.04.2021 | Queerfeministisches Empowerment während und nach der Pandemie
Am 21.04.2021 möchten wir uns zum Thema „Queerfeministisches Empowerment während und nach der Pandemie“ austauschen. Die aktuelle Situation ist für uns alle kräftezehrend. Viele Ressourcen, die uns bisher für den Alltag gestärkt haben, fallen weg. Wir wollen uns gemeinsam darüber austauschen, wie wir uns in diesen Zeiten dennoch selbst und gegenseitig empowern können. Bo wird ein kleines Input geben und ein
Resilienzmodell vorstellen, das sowohl zur Selbstreflexion als auch für einen Austausch unterstützend sein kann.
Wir freuen uns sehr auf einen gemeinsamen Austausch!

Leitung: Dr. Beatrice Osdrowski | Melanie Schulz | Katarina Milasinovic | Luise Natho
Termin: mittwochs, monatlich | 19:00 – 21:00 Uhr
20.01.2021 | 17.02.2021 | 17.03.2021 | 21.04.2021 | 19.05.2021 | 16.06.2021 | 21.07.2021
Kosten: kostenfrei (gerne Spende)
Anmeldung: bis Dienstag vor der Veranstaltung | 03641 443968 | programm.towanda@gmail.com
Hinweis: der Link zur Veranstaltung wird bei Anmeldung zugesendet


Vergangene Themen:

17.02.2021 | Care-Arbeit/ Reproduktionsarbeit in der DDR als Indikator für geschlechtsspezifische Ungleichheiten
Am 17.02.2021 möchten wir uns zum Thema „Care-Arbeit/ Reproduktionsarbeit in der DDR als Indikator für geschlechtsspezifische Ungleichheiten“ austauschen. Katarina Milasinovic hat zu diesem Thema recherchiert und wird zu beginn einen kurzen Einblick in das Thema geben. Als Literaturtipp empfehlen wir Anna Kaminsky „Frauen in der DDR“ – hier ein Interview mit der Autorin: https://www.deutschlandfunk.de/berufstaetigkeit-von-frauen-in-der-ddr-mit.694.de.html?dram:article_id=443041
Im Anschluss möchten wir gern zu diesem Thema miteinander ins Gespräch kommen: Welche Erfahrungen haben wir gemacht?
Was können wir daraus mitnehmen bezüglich unserer aktuellen Situation?
Was braucht es um geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu bekämpfen und zu überwinden?
Wir finden dieses Thema ist aktueller denn je und wir freuen uns sehr auf einen gemeinsamen Austausch!

17.03.2021 | Christine Theml: Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) & ihr Werk
25 Jahre vor Droste-Hülshoffs Geburt wurde die letzte Frau als Hexe bei lebendigem Leib verbrannt.
Zu Annettes Lebzeiten hatten die Frauen keine bürgerlichen Rechte, kein Wahlrecht, waren nicht als Zeuginnen vernehmbar, sie durften sich nicht scheiden lassen, von dem Recht auf Bildung ganz abzusehen. Die Droste selbst hatte das große Privileg, dass sie schreiben durfte, eine hervorragende Bildung genoss und ihr Leben lang unverheiratet blieb. Das gab ihr die Freiheit zu schreiben.
Mit 17 schrieb sie UNRUHE: „Rastlos treibts mich um im engen Leben / Freiheit heißt der Seele banges Streben und im Bußen tönt‘s Unendlichkeit.“
Von früher Jugend an hat Annette über ihr „wunderliches verrücktes Unglück“ nachgedacht, ihr kantiges gespaltenes Wesen wurde ihr immer wieder selbst zum Rätsel. Sie lebte einen Weiblichkeitsentwurf, der zu ihrer Zeit als rebellisch und nahezu ketzerisch galt. Sie wurde von ihrem Cousin „entsetzlich gelehrtes Frauenzimmer“ genannt. Ihr Leben lang wird Annette den „Beifall der Löwen“, wie sie es nennt verschmähen. Dennoch leidet sie am vermeintlichen Widerspruch zwischen Dichterin und Frau. So findet sie zu Lebzeiten nie wirklich Anerkennung. Erst Jahrzehnte nach ihrem Tod wird das Werk der Annette von Droste-Hülshoff gewürdigt.
Besonders für das Werk von Annette von Droste-Hülshoff ist ihre tiefe Liebe zur Natur, das Phantastische, Ahnungsvolle und Unheimliche in ihrem Werk. Sie ist getrieben von einer fieberhaften Unruhe und einer ausschweifenden Phantasie (z. B. Der Knabe im Moor). So beschwört sie in ihren Gedichten auch immer wieder die Ahn*innen des Wasserschlosses herauf und bittet sie um Gesellschaft.
Annette von Droste-Hülshoff ist eine solitäre Dichterin, die sich ähnlich wie Kafka, Kleist und Hölderlin nicht einordnen lässt, sondern wie zeitlos auf ihrem Turme steht, wie sie es oft zu tun pflegte, und – ihr Antlitz aufblickend ins „klare Licht“ gewandt – ins Weite sann.